Maurers in Peru

Lang ersehntes update!

Besuch aus der Schweiz

Ende August hatten wir Besuch aus der Schweiz.

Daniela und ich besuchten zusammen die 4. und 5. Primarschule in Ormalingen. Wir hatten nie Kontakt miteinander, doch dank einem Schultreffen vor 3 Jahren tauschten wir die Telefonnummer aus und dadurch hat sie mitbekommen, dass wir nach Peru ausreisen und sich Anfang des Jahres bei mir gemeldet. Ihre Schwägerin Yanet kommt ursprünglich aus Cusco, wohnt aber seit Jahren in der Schweiz. Da die beiden pro Person 2 Gepäckstücke mitnehmen konnten, und Daniela nur einen für sich benötigte, brachten sie uns einen gefüllten Koffer mit Geschenken von unseren Familien und Gotte/Götti der Kinder mit. Das war eine Freude!!! Wir genossen es sehr Besuch aus der Heimat zu haben und Baselbieterdeutsch zu hören!

Ferien Quillabamba

Im Oktober hatten die Kinder eine Woche Ferien und so fuhren wir nach Quillabamba in den Hochdschungel runter auf 1`000 m.ü.M. Wir besuchten eine ChocoFinca, wo sie Cacao anbauen, eine Kaffeefinca (es war gerade Blütezeit und es duftete unglaublich gut), wanderten zu einem Wasserfall, beobachteten Schmetterlinge in einer Aufzuchtstation und genossen das wärmere Klima mit Baden im Pool. Die Kinder machten sich während den Fahrten durch den Dschungel zur Aufgabe, alle Bananenpalmen mit Früchten daran zu zählen! Es waren viele, denn nach 75 gezählten Pflanzen stagnierte dann dass Zählen.

Diospi Retiro / Fahrradfahrt / Barista Kurs

Jedes Jahr im November fahren wir für ein Wochenende als Diospi Missionare ins heilige Tal in der Nähe von Cusco.

Gabriel hat sich zusammen mit einem anderen Missionar entschieden, mit dem Mountain Bike die 131 km lange, sehr kurvige und zeitweise sehr steile Strecke zu fahren. Sie haben die 2`540 Höhenmeter in 11 Stunden (inkl. Pausen) mit Bravour geschafft! Mein höchster Respekt dafür!

Das Wochenende ist gefüllt mit Gemeinschaft, Anbetungszeiten, Inputs (dieses Jahr kam ein Pastor von Kolumbien), Ausflügen, Workshops… Gabriel und ich haben spontan einen Barista Kurs geleitet (wie schon etliche Male in der Schweiz). Das Interesse war gross und wir durften neues über den Kaffeeanbau in Peru lernen. Es war schön zu sehen, wie Gott unsere Talente und Leidenschaften auch hier gebrauchen kann.

Für uns ist es auch fast ein kinderfreies Wochenende, da diese von früh morgens bis spät abends mit den anderen Kindern spielen und ihr Kinderprogramm haben. Sie geniessen es sehr und es ist für uns sehr schön zu sehen, wie mühelos sie sich eingefunden haben und Freundschaften schliessen.

Die Kinder rennen durch die kleinen Wege im Garten und man hört immer wieder, wie die Namen von Ilay und Mava gerufen werden. Das ist für uns eine grosse Freude.

Wochenende hoch zu Ross

Mava und Ilay gehen jeden Mittwochnachmittag zum Reitunterricht.

Eine Missionarin und ihr peruanischer Partner haben zusammen 9 Pferde und bieten neben dem wöchentlichen Reiten auch Ausritte mit Übernachtung an. Einige Missionare haben dies schon in Anspruch genommen und alle waren begeistert. Wir haben lange im Voraus ein Wochenende geplant und wir machten uns dann am Freitagnachmittag mit den Pferden auf Richtung Hütte auf 3300m.Ü.m. Unser Gepäck mit warmen Kleidern und Regenklamotten wurden mit dem Auto zur Hütte gefahren. Nach 3 Stunden Aufstieg kamen wir an und genossen einen atemberaubenden Sonnenuntergang mit Blick auf die Schneeberge. Zum Nachtessen gab es Pizzasuppe und nach einem Brettspiel sind wir müde ins Bett gefallen.

Am nächsten Tag gab es Frühstück und um 10:00 Uhr waren die Pferde gesattelt und bereit zum Aufstieg zur Lagune auf 4300 m.ü.M. Durch unberührte Natur wie bei Winnetou. Nach kamen wir nach 3 ½

Stunden an der Lagune an. Es gab Mittagessen und einen anschliessenden Schwumm im eisig kalten Wasser. Die Kinder konnten es kaum glauben, dass Rahel und ich uns reingewagt haben. Sie filmten das ganze Geschehen mit dem Handy und kicherten vor sich hin. Die eisige Kälte war belebend und herrlich. Dann machten wir uns wieder an den Abstieg von 2 ½ Stunden. Um 18:00 kamen wir bei der Hütte an und die Pferde wurden entsattelt. Wir konnten fast nicht mehr gehen, da unsere Beine und unser Po so schmerzten. Um so dankbarer waren wir dass wir nach einem feinen Nachtessen uns hinlegen und ausruhen konnten.

Am nächsten Morgen, nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet ging es wieder hoch zu Ross nach Curahuasi runter auf 2650m.ü.M. Unser Hund Samy hat uns auf der ganzen Tour begleitet.

Zu Hause angekommen hörte man wieder laute Musik, Hundegebell, krähende Hähne und ratternde LKWs auf der Panamericana.

Ja, es war ruhig und atemberaubend in der schönen Natur!

Aniversario IEP (iglesia evangelica peruana)

Am 23.11. feierten wir mit unserer Kirche das 12-jährige Bestehen. Am Vortag trafen wir uns zum Putzen, Aufräumen und Dekorieren.

Die Kirche befindet sich im Untergeschoss eines günstigen Motels. Die Wände und Decken bestehen aus rohen Ziegelsteinen, der Boden ist staubiger Kies und die Beleuchtung beinhaltet 7 Glühbirnen in der Farbe hell-weiss. Es sieht aus wie in einem Gefängnis oder in einem Kriegsgebiet. Dafür bezahlt die Gemeinde keine Miete, lediglich der verbrauchte Strom.

Kurzerhand habe ich das Licht mit warm-gelben Glühbirnen ausgewechselt, der Unterschied wurde sofort erkannt und begrüsst.

In der Küchennische ohne Tür gab es kein Licht. Der Missionarskollege Ruben und ich entschieden uns kurzerhand, die losen Kabel an der Decke mit einer Glühbirnenfassung und einem Lichtschalter zu erweitern. Nun kann das Abendmahl mit Hilfe von Licht zubereitet werden.

Am Tag selber fand um 08.30 Uhr eine Taufe im nahen gelegenen Bach statt. Vier Frauen liessen sich taufen. Vor allem das Zeugnis einer Frau hat mich sehr berührt. Sie wurde bereits mit 18 Jahren schwanger, was leider keine Ausnahme ist. Später bekam sie von einem anderen Mann noch ein Kind, dieser war aber Alkoholiker und gewalttätig. Sie hat sich dann getrennt und ist seitdem für ihre beiden Kinder selbst verantwortlich. Sie arbeitet an der Schule von Diospi und ist sehr dankbar für diese Arbeit, welche ihr ermöglicht, die Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren. Die Tochter studiert Medizin, der Sohn geht noch zur Schule. Es ist so schön zu sehen, wo sie heute steht!

Nach der Taufe ging der Festtag in der Kirche weiter mit einem Gottesdienst. Dazu wurde extra eine Band aus Cusco eingeladen. Es kamen auch Kirchenvertreter aus der nächstgrösseren Stadt.

Zum Abschluss gab es ein Mittagessen und natürlich ein Geburtstagskuchen!

Wir sind sehr dankbar, dass wir Teil dieser Kirche sein dürften und unseren Beitrag leisten dürfen. Gabriel hat den ganzen Tag über Fotos gemacht. Da werden sich viele darüber freuen, schöne, qualitative Bilder, gerade auch von den Taufen zu erhalten! Ich backte einen Kuchen sowie Schokobrötchen. Auch finanziell haben wir dazu beigetragen, dass ein Mittagessen möglich war.

Wasserrechnung

Vor kurzem überreichte mir ein Handwerker eine Rechnung, welche angeblich in unserem Tor gesteckt habe.

Ich bin etwas verdutzt, denn die Stromrechnung ist jeweils gelb und diese neue Rechnung kommt mit den Farben Blau daher. Vielleicht hat sich das Design geändert denke ich für mich und lege den Zettel in die Ablage mit den offenen Rechnungen.

Bei der nächsten Gelegenheit inspiziere ich die Rechnung genauer und sehe, dass es eine Rechnung für das verbrauchte Wasser ist. Ich versuche per eBanking unter offiziellen Firmen den Rechnungssteller ausfindig zu machen, aber leider ohne Erfolg. Auch mit den angegebenen Nummern ergibt sich keine mögliche Geldüberweisung.

Ich bin ratlos und erkundige mich bei einem Freund. Dieser bestätigt umgehend, dass ich die Rechnung bei der Gemeinde persönlich bezahlen muss.

Im Internet erkundige ich mich über die Öffnungszeiten des Schalters, ich könnte aber über Google die Öffnungszeiten selbst einschreiben, da keine angegeben sind. Auf gut Glück gehe ich vor dem Abholen der Kinder von der Schule noch zur Gemeinde. Tatsächlich ist eine Person anwesend. Jedoch ohne Interesse oder Aufmerksamkeit mir gegenüber. Die Person hat etwas Wichtiges hinter dem Schalter zu erledigen. Ich versuche geduldig und freundlich zu bleiben. Endlich nach einem kurzem Blickkontakt frage ich höflich, wo ich denn die Rechnung für das Wasser begleichen könnte? Sie sagt etwas genervt, an der Kasse und zeigt nach draussen. Ja das ist doch mal hilfreich und einfach. Ich bedanke mich und gehe zur einzigen Kasse, welche auch mit Caja angeschrieben ist. Ich frage nochmals höflich, ob ich hier nun meine Rechnung begleichen könnte. Der Herr am Schalter verneint und sagt, ich müsste zur Kasse beim Stadion.

Was? Beim Stadion antworte ich, wo ist denn da eine Kasse? Der Herr antwortet, einfach gerade runter zum Stadion. Ja, ich weiss, wo das Stadion ist, aber da habe ich noch nie eine Kasse gesehen. Er antwortet: «auf der linken Seite beim Stadion.» Ok, auf der linken Seite vom Stadion, da bin ich mal gespannt. Ich bedanke mich und mache mich auf den Weg. Gerade runter, links vom Stadion, da gibt es kleine Shops, Internetanbieter, Läden mit Tierfutter und solche Sachen, aber natürlich keine Kasse des besagten Unternehmens UGM.

Mir bleibt nichts anderes übrig und ich gehe mal durch das grosse Tor hinein. Ich frage eine Frau, aber die sieht mich verdutzt an, denn sie versteht nicht, was ich meine.

Ich sehe mich um und bemerke, dass ich nicht im Stadion bin, sondern in einer Schule. Wieder draussen frage ich einen Eisverkäufer und der erklärt mir, ich müsse der kleinen Strasse nach links folgen und dann ins Stadion eintreten, da sei die Kasse.  Na klar, im Stadion ist die Kasse, um die Wasserrechnung zu begleichen. Ich halte mich an den Ratschlag und kaum bin ich durch den Eingang durch, da sehe ich auch schon ein kleines Häuschen aus Backsteinen mit dem Schild über dem Türeingang UGM.

Drinnen hat es einen Schreibtisch mit einem Computer und einer Angestellten. Ich zeige ihr meine Rechnung und sie bejaht freundlich den Betrag. Ich bezahle Bar, bedanke mich herzlichst und bin überglücklich, dass ich nun weiss, wo sich die Kasse befindet. Auf dem Rückweg muss ich immer wieder schmunzeln, da sich die Kasse für die Wasserrechnung der Gemeinde Curahuasi nicht im Gebäude der Gemeinde befindet, sondern im Fussball Stadion.

Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Rechnung!

Was sonst noch so läuft

Neben unserer Arbeit und der Schule sind wir immer wieder mit defekten Sachen im Haus beschäftigt. Da vor uns schon etliche Missionare in diesem Haus gewohnt haben und jeder irgendwie rumgebastelt hat (mal besser mal schlechter), gibt es immer wieder Sachen zum Verbessern. Zum Beispiel ist unser Wasserdruck im Haus ab 17 Uhr so tief, dass wir den Abwasch immer mal wieder auf den nächsten Tag verschieben, die Klospülung funktioniert mehr schlecht als recht und Duschen geht, nur heiss oder kalt. Nun sind wir schon länger damit beschäftig eine Pumpe zu installieren. Die nötigen Dinge haben wir uns in Cusco besorgt, doch an Fachkräften mangelt es hier immer wieder. Zum Glück hat sich ein Missionar dem ganzen angenommen. Es ist zwar auch nicht sein Spezialgebiet aber es hat alles geklappt und nun haben wir seit Ende November einen viel besseren Wasserdruck. Jetzt macht das Händewaschen im Badezimmer richtig gehend Spass. Mal schauen, was als nächstes ansteht! Wir haben da schon die eine oder andere Idee…

Der Wassersensor war etwas korridiert und funktionierte nicht mehr.

Der Wassertank wurde mit dem Wasserschwimmer und einem neuen Wassersensor angeschlossen.

Gabriel Maurer

Ich arbeite als dipl. Pflegefachmann HF, bin Ehemann, Sohn, Vater, Götti, MountainBiker, Snowboarder, Fotograf, Kaffegeniesser, manchmal Feinschmecker, Begeisterungsfähig und nun auch noch Blogger.
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  1. So spannend was ihr alles erlebt!ein sehr guter Beitrag!

  2. Danke vielmals für den Blog, war richtig spannend zu lesen!