Maurers in Peru

Schule und Arbeit

Schule Colegio Diospi Suyana

Unsere Kinder haben am 3. März die Schule gestartet. Ilay in der 3. Klasse mit Sämi Steffen von der Schweiz und Mava mit einer deutschen Schulkollegin. Nach dem ersten Schultag fragte ich Mava und Ilay, ob sie auf Spanisch etwas verstanden haben. Ilay antwortet umgehend und sagt: «klar Papi, wir haben alles verstanden!» Das ist eine grosse Überraschung und Erleichterung. Denn nach 6 Monaten Kindergarten in Cusco, wussten wir nicht, wo unsere Kinder mit der Spanischen Sprache stehen. Klar verstehen sie nicht komplett alles, aber im Kontext haben sie keine Probleme. Beide haben schon Freundschaften geschlossen und laden ihre Schulkameraden zu uns nach Hause ein. Ilay und Mava waren an diversen Kindergeburtstagen eingeladen und fühlen sich sehr wohl. Auch die Schuluniform ist für sie ein Highlight und am liebsten würden sie die Uniform auch am Wochenende tragen. In der Zwischenzeit haben wir alles Schulmaterial zusammen. Jedes Kind muss sein eigenes Schulmaterial besorgen und mitbringen. Die Hefte müssen eingefasst und angeschrieben sein, wie auch jeder Farb- und Filzstift, Leim, Knete, Bastelmaterial, Block, Lineal, Zahnbürste, Becher, Hut, Jacke und der ganze Rest. Langsam verstehen wir das System der Schule und können uns immer besser organisieren. Diverse Elternabende und Reuniones haben stattgefunden. Letzte Woche waren zwei Tage Olympiade mit verschiedenen Disziplinen wie Sackhüpfen, Weitsprung, Sprint und Fussball. Das war ein grosses Ereignis mit eigenem Trikot, Schminke, Plakaten, Pfeifen und Verpflegung mitgebracht von den Eltern.

Hospital Diospi Suyana

Rahel und ich hatten am 10. März unsere Einführungswoche im Spital. Wir erhielten Einblick in verschiedene Abteilungen wie die Sprechstunde, OP, Bettenstation, Notfall etc. Nach dieser Woche konnten wir definitiv in unseren zukünftigen Bereichen starten. Rahel arbeitet jeweils vier Vormittage für vier Stunden im Labor. Sie nimmt bei den Patienten Blut ab und wertet die Proben im Blut, Urin, Stuhlgang und Sputum im Labor mit versch. Maschinen aus und mikroskopiert. Ich arbeite im Notfall Team. Wir triagieren am Morgen 30 bis 50 Pat. und nehmen ca. 15 Pat. auf den Notfall auf, welche am jeweiligen Tag noch von einem Arzt gesehen werden müssen. Eine Person von unserem Team ist jeweils auf der Endoskopie für Magen-, Darm- und Blasenspiegelungen. Wir betreuen auch die Intensivstation und sind bei Verlegungen mit der Sanität von Patienten in ein anderes Spital dabei. Rahel und ich sind uns fleissig am Einarbeiten. Vieles funktioniert hier anders, aber nicht schlechter. Die Einarbeitung auf Spanisch strengt an und wir schlafen in den Nächten gut und lange. Die Arbeit erfüllt uns und die Zusammenarbeit ist erfreulich, denn man kennt alle Ärzte und mittlerweile auch die meisten Mitarbeiter. Wenn ich eine Blutentnahme ins Labor bringe, sehe ich meine liebe Rahel, das ist immer eine Freude!

Nicht alles ist hier einfach, aber hier zu sein bringt auch positives mit sich.

Wir hatten noch einige Wochen Zeit, um uns einzurichten. Neben dem täglichen Sprachunterricht haben wir folgendes umgesetzt.

Wir haben unser Haus und Umgebung:

  • entrümpelt,
  • entsorgt,
  • aufgeräumt,
  • gereinigt
  • geflickt
  • alle Wände im Haus spachteln und malen lassen (das war nötig!)
  • das Vordach mit Ziegel neu belegen lassen, (ca. 1m2 war ohne Ziegel)
  • unbenutzter Wassertank auf einem Stahlgerüst in 4 Metern Höhe montieren & anschliessen lassen (so haben wir einen höheren Wasserdruck und können auch abends duschen und abwaschen!)
  • Haupteingang geöffnet, die Tür war über Jahre verschlossen, da der Schlüssel fehlte. Nun haben wir einen grossen Eingangsbereich.
  • Vor dem Haupteingang haben wir einen neuen Zaun errichten lassen, da direkt vor der Türe Ziegen und Pferde zum Grasen über den Tag angebunden wurden.

Nun sind die Hauptangelegenheiten erledigt. Am Wochenende vor zwei Wochen bildete sich dann ein kleiner See in unserem Garten. Er erweiterte sich täglich, obwohl es in diesen Tagen nicht regnete. Der Hausbesitzer kam vorbei und entdeckte ein Wasserleitungsbruch. Die Leitung liegt nur ca. 10cm unter der Erde und ist vor Esels Tritten nicht geschützt. Kaum ist die Wasserleitung geflickt funktioniert die Waschmaschine nicht mehr. Die Fehlermeldung zeigt einen zu tiefen Wasserdruck an. Na großartig, kommt dies nun von der Wasserleitung, dem neuen Wassertank oder hat die Maschine einen Defekt? Die Maschine ist erst ein paar Jahre alt und von einer guten Marke. Gleichzeitig ist die Sicherung in der Waschküche durchgeschmort und ich informiere den Elektriker. Dieser war auch schon bei uns, und ersetzte ein Stromkabel bei der Eingangsbeleuchtung, welches von einem Nagetier durchgefressen wurde. Der Elektriker bestätigte, dass er eine neue Sicherung mitbringen werde. Leider erscheint er am Freitagabend nicht. Am darauffolgenden Mittwoch erkundigte ich mich bei ihm und erhielt keine Antwort über den Verbleib. In der Zwischenzeit konnten wir am Wochenende unsere Kleider einer Missionarsfamilie zum Waschen bringen. Vielen Dank dafür! Das Wochenende darauf reinigte Rahel die Uniform von Hand. Ich informierte einen weiteren Elektriker, welcher unseren Backofen wieder zum Laufen brachte. Er kam wie verabredet und konnte innert drei Stunden das Problem beheben. Der Schlauch vom Presostat hatte ein Loch von der Vibration der Maschine. Der Elektriker gab mir zu verstehen, dass wir einen neuen Schlauch bräuchten. Ich willigte ein und sagte, dass er einen kaufen könnte. Leider gibt es einen solchen Schlauch nur in Cusco zu kaufen, in Curahuasi wäre dies ausgeschlossen. Ausser wir hätten ein kleines Röhrchen, um den Schlauch zu überbrücken. Nach langem suchen findet Rahel einen Halter einer Geburtstagskerze. Dieses Stück ist aus Plastik und hohl. Es lässt sich in den Schlauch einführen und mit Kabelbinder fixieren. Nun funktioniert die Waschmaschine nach 2 Wochen wieder. Man muss erfinderisch sein und ich bin froh, habe ich nicht alles im und ums Haus entsorgt, denn so einiges konnten wir schon gebrauchen. Am nächsten Tag Waschen wir mit Freude unsere Kleider, aber die Waschmaschine stellt immer wieder ab, da die Stromzufuhr von der Steckdose über das Verlängerungskabel abbricht. Wir ziehen verschiedene Verlängerungskabel ins Badezimmer, aber die meisten funktionierten nicht. Nach längerem ausprobieren, finden wir eines, welches nun funktionier und wir können unsere Wäsche wieder waschen, uff! In den nächsten Wochen kommt der Elektriker nochmals mit einer neuen Sicherung, Kabel und Steckleiste. Nun hoffen wir, dass etwas Ruhe einkehrt und keine weiteren Schäden auftreten.

Gabriel Maurer

Ich arbeite als dipl. Pflegefachmann HF, bin Ehemann, Sohn, Vater, Götti, MountainBiker, Snowboarder, Fotograf, Kaffegeniesser, manchmal Feinschmecker, Begeisterungsfähig und nun auch noch Blogger.
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  1. Es wird auf keinen fall langweilig bei euch! Und dem bericht nach zu urteilen lernt ihr sehr viel praktisches! Das ist bei allem mühsamen doch etwas positives!

  2. Wow ganz spannend was ihr alles erlebt und wie erfinderisch ihr werdet 🙂 Freue mich auf den nächsten Beitrag!