Maurers in Peru

Baum gefällt, Autoprüfung und Urlaub!

Bei uns im Garten wurde gearbeitet!!!💪

Der grösste Baum inmitten unseres Gartens hatte schon seit längerem Risse im Stamm.
Genau genommen an drei verschiedenen Stellen, welche bei Wind stark knarzten!
Innerhalb von zwei Wochen haben sich die Risse vergrössert! Ich habe den Besitzer unseres Hauses darüber informiert. Er wollte am So. oder Mo. mit einem Arbeiter vorbeikommen, aber er hatte leider keinen gefunden.
Am Mo. Abend habe ich dem Besitzer nochmals geschrieben, dass wir uns sorgen, dass der Ast abbrechen könnte.
Er bestätigte, am Di. 15:00h. vorbeizukommen.
Als Rahel am Di. mit den Kindern um 15:20 nach Hause kam, hörten sie ein lautes Krachen!
In diesem Moment ist ein grosser Ast abgebrochen und auf unsere Feuerstelle und den Wellblechzaun gestürzt!
Die Kinder waren schockiert und hatten grosse Angst, dass der ganze Baum einstürzen könnte.
Kurz darauf kam der Besitzer an und war ziemlich überrascht!
Gott sei Dank hatte er Verspätung und Rahel und die Kinder waren noch nicht im Garten!!! Das war Gottes Bewahrung!

Am nächsten Tag wurde der ganze Baum gefällt. Mit Seilen haben wir jeweils den Ast beim Absägen in eine andere Fallrichtung gezogen, damit er nicht auf das Wohnhaus oder den Eselstall fällt. Dies ging einigermassen gut und wir hatten trotz gefährlichem Vorhaben keine Verletzten zu vermelden.

Der Kommentar unseres Hausbesitzers war am Ende des Tages, dass es ein sehr gefährlicher Tag war und wischte sich den Schweiss von der Stirn.

Mitte Mai konnten wir ein Auto von einer anderen Missionarsfamilie abkaufen, welche zurück nach Deutschland gingen. Schon vor der Ausreise wussten wir, dass unser Führerausweis in Peru nur 6 Monate gültig ist und wir die Autoprüfung nochmals machen müssen. Da nun der Autokauf vor der Tür stand und wir Ende Juni Urlaub planten war nun der Zeitpunkt gekommen diese in Angriff zu nehmen. Von unseren Missionarskollegen von der Nachbarstadt bekamen wir eine detaillierte Auflistung wie wir vorzugehen hatten.

Alles nahm seinen Anfang als unsere Bankkarte eingezogen wurde und da es von dieser Bank keine Filiale in Curahuasi gibt mussten wir in die 1.5 h entfernte Nachbarstadt Abancay fahren. Da kam die Idee auf in diesem Zug der 1. Teil der Fahrprüfung zu absolvieren. Es handelt sich dabei um den Psychosomatik-Test. Wir wurden herzlich im Psychosomatik-Zentrum «Senor de los milagros de Dios» empfangen und direkt als Mitarbeiter von Diospi Suyana erkannt. In den nächsten 3 Stunden mussten wir mind. 15 Blätter mit unserem Namen und Identitätsnummer (diese ist sehr wichtig hier in Peru und die meisten Peruaner kennen sie auswendig) anschreiben, diverse Formulare ausfüllen, einen Höhr- und Sehtest machen sowie eine ärztliche Untersuchung, dazu gehörte auch die Messung des Halsumfangs (wozu das auch immer dient?!). Dazwischen gab es immer wieder Wartezeiten. Wir nahmen das Ganze mit einem Schmunzeln!

Nun hatten wir eine Woche Zeit um 200 Fragen auf Spanisch zu den Verkehrsregeln zu lernen. Als erstes mussten wir mal alle Fragen auf Deutsch übersetzen, damit wir eine Ahnung hatten um was es ging. Doch auch mit Übersetzung gaben nicht alle Fragen einen Sinn. Es war also Fleissarbeit und Auswendiglernen gefragt.

Nach einer Woche war es so weit und wir fanden uns erneut in Abancay zur Theorieprüfung ein.

Vor der Prüfung nahmen wir uns noch Zeit zum Beten und haben folgende Bibelstelle gelesen:

„Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand“. Sprüche 3:5. Dieser Vers hat uns sehr ermutigt! Die Autoprüfung hier ist oft sehr korrupt und ohne Schmiergelder besteht man die Prüfung oft nicht. Wir waren auf Gottes Wirken angewiesen.

Nach erneuten Formularen ausfüllen, diese mit Unterschrift und Fingerabdruck versehen, ging es dann los. Von den 200 Fragen kamen 40 davon in der Prüfung vor, 35 mussten wir richtig haben. Wir haben dann beide mit 1 Fehler bestanden und waren überglücklich.

Für den nächsten Tag haben wir einen Fahrlehrer für je 1 Stunde gebucht und anschliessend fand die praktische Prüfung statt. Diese fand auf einem Parkour statt. In der Fahrstunde davor lernten wir in welcher Abfolge wir den Parkour dann an der Prüfung abfahren müssen. An der eigentlichen Prüfung war jeder alleine im Auto und musste den Parkour genau so abfahren wie zuvor einstudiert. Dazu gehörten Ampeln, Stoppschilder, im Kreis fahren, eine Strecke rückwärtsfahren und rückwärts sowie seitwärts Einparken. Letztere wurden dann auch sehr genau kontrolliert. Beim Rückwärtsparken sind die Seitenlinien nicht parallel und somit stand dann das Auto auf der einen Seite auch nicht parallel in der Parklücke, dies wurde dann auch lautstark bemängelt. Da half auch nicht zu erklären, dass wir ja auf einer Seite richtig schön in der Parklücke standen!

Schlussendlich haben wir beide bestanden und konnten dann drei Tage später unsere Lizenz abholen. Dieser ganze Prozess der Autoprüfung hat bewirkt, dass wir uns noch mehr angekommen fühlen, und wir geniessen es mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein.

Da die Kinder in der letzten Juni Woche Ferien hatten planten wir ein paar Tage ins heilige Tal in der Nähe von Cusco zu fahren. Nun, mit eigenem Auto konnten wir die Fahrt unabhängig gestalten. Dort halt machen, wo wir möchten und so schnell fahren wie es unsere Mägen, vor allem deren unserer Kinder zulassen.

Wir hatten für 3 Nächte eine Unterkunkft gemietet. Wir besuchten einen Colibri Garten, wo wir verschiedene Colibriarten beobachten konnten. Das Inkamuseum stand auch auf dem Programm, wo in verschiedenen Räumen die Prä-Inkazeit bis zum Inka-Imperium dargestellt wurde.

Wir genossen gutes Essen und Zeit als Familie. Es tat uns sehr gut und wir kehrten gestärkt nach Hause zurück, wo wir freudig von unseren peruanischen Nachbarn und unserem Hund Samy begrüsst wurden.

Gabriel Maurer

Ich arbeite als dipl. Pflegefachmann HF, bin Ehemann, Sohn, Vater, Götti, MountainBiker, Snowboarder, Fotograf, Kaffegeniesser, manchmal Feinschmecker, Begeisterungsfähig und nun auch noch Blogger.
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  1. lieber gabriel, liebe rahel,
    ich erinnere mich gerne an meine zwei fahrprüfungen, eine in basel (nicht bestanden) die zweite in füllinsdorf (war total easy).
    und wie sind die halsumfänge? habe mich auch gefragt, wozu sie das messen, aber eben…
    dies nur kurz, ich schreibe später noch ein mail. gestern habe ich endlich das buch «ich habe gott gesehen» das gabriel mir mit dieser schönen widmung geschenkt hat, dazu mehr in einem speziellen mail in den nächsten tagen. liebe grüsse
    ueli