
Heute vor einem Jahr sind wir in Peru gelandet!
Schon ein Jahr ist vorbei!
Wir haben viel erlebt, gesehen und gelernt!
Wir sind Gott für seine Führung und Treue unglaublich dankbar!
Einen Riesen Dank für die grosse Unterstützung durch Gebet, Nachfragen und Spenden!!!
Ohne euch könnten wir nicht hier sein und am Spital ehrenamtlich arbeiten!
Ein herzliches Dankeschön dafür!
Uns geht es sehr gut und wir sind sehr dankbar, hier zu sein!
„Du wirst sehen: Ich stehe dir bei! Ich behüte dich, wo du auch hingehst, und bringe dich heil wieder in dieses Land zurück. Niemals lasse ich dich im Stich; ich stehe zu meinem Versprechen, das ich dir gegeben habe.«“
1. Mose 28:15 HFA
Wir haben uns hier in Curahuasi gut eingelebt. Die Kinder gehen gerne zur Schule und sie haben enge Freundschaften mit Schulkameraden geschlossen. Rahel arbeitet vier Vormittage im Labor und hat sich im peruanischen Arbeitsteam gut integriert und eingelebt. Gabriel arbeitet an drei Tagen im Notfallteam, in der Endoskopie und Intensivstation. In diesem Team arbeiten 5 Peruaner und 2 Deutsche. Für das Sprachverständnis ist der Austausch auf Hochdeutsch hilfreich.
In der Zwischenzeit haben wir verschiedene Kirchen in Curahuasi besucht und uns nun für eine entschieden. Es gibt ca. 15 christliche Kirchgemeinden in unterschiedlichen Räumlichkeiten, wie Garagen, Gemeinderäumlichkeiten oder offenen Gebäuden. Unsere Kirche hat ca. 30 Besucher, davon 3 Missionarsfamilien, denn die Missionare gehen in unterschiedliche Kirchgemeinden. Unsere Kirche befindet sich im Untergeschoss eines Motels.

Wir leben hier auf 2650 M.ü.M. und wir staunen immer wieder über die grossartige Schöpfung! Die Tierwelt ist unglaublich vielfältig und die Berge sind gigantisch. Im Garten haben wir mehrere Bäume auf denen sich ein Schwarm von Papageien niedersetzt. Sie sind ziemlich laut und ziehen ihre Kreise. Weiter beobachten wir gerne die grün-glitzernden Kolibris in unserem Garten. Die Vielfältigkeit der Schmetterlinge ist riesig und die Grössten messen mit ihren Flügeln eine gute Handfläche. Rahel hat schon drei dünne schlangen vor dem Haus gesichtet. Eine orangene und zwei graue. Gabriel ist in der Nacht vor der Haustür auf einen Frosch getreten und einmal hüpfte eine Kröte umher. Am Abend kommt es manchmal vor, dass im Wohnzimmer eine Grille oder ein Scorpion umherschleicht. Daher haben wir immer Hausschuhe an. Die Kinder sind meistens in Socken oder Barfuss im Haus oder im Garten. Bis jetzt haben wir keine Stiche oder Bisse zu vermelden, Gott sei Dank! Unterwegs mit dem Bike oder mit Wanderschuhen entdecken wir Spinnen mit roten Beinen, Schmetterlinge mit teils durchsichtigen Flügeln oder Käfer in den schönsten Farben. Eigentlich hätten wir noch ein Huhn. Dieses kommt aber nur zum Fressen und Trinken in den Stall. Ansonsten ist es irgendwo in unserem Garten oder auf der Avocado Plantage unseres Nachbars. Letztens haben wir ein Nest auf unserem Kompost entdeckt mit 11 Eiern, was für eine Freude!












Unsere Esel Santiago und Lilly bereiten uns immer wieder lustige aber auch haarsträubende Geschichten. Müsste man doch alle vier Monate die Hufe schneiden, von einem Spezialisten mit Zange, Feile und einem Scharfem Messer. Dies ist jedes Mal eine Tortur von Stunden, da die Esel sich verhalten wie auf der Schlachtbank. Ohne anbinden geht da gar nix. Da wird getreten, versucht sich loszureissen oder wie wild zu springen. Während Pferde das Bein ruhig anheben, ist das bei Eseln nicht möglich. Naja, jetzt haben wir dieses Vorgehen vorerst wieder mal hinter uns. Was wir auch nicht wussten, dass Esel sehr gefrässig sind. Sie fressen fast alles an vegetarischem Abfall von der Küche, wie auch Holzrinde und auch unsere Gallseife, welche wir dringend benötigen, um die Flecken auf der Schuluniform zu entfernen. Denn in Peru gibt es nichts vergleichbares, wie die legendäre Gallenseife! Aber dass Lilly die auch gerne frisst, hätten wir uns nie erdenken lassen. Nun gilt Obacht und die Seife muss nach dem Vorwaschen der Uniformen eingeschlossen werden. Zum Glück erreichte uns noch ein Packet aus der Schweiz mit einem neuen Stück Gallseife!



Unser Stacheldrahtzaun um unseren Garten ist in die Jahre gekommen, so dass die zwei lieben Esel schon mehrmals ausgebüxt sind. An einem Abend kamen wir beim Eindunkeln nach Hause, als ausserhalb unseres Zaunes eine Gruppe von Kindern mit ihrer Mama und unseren Eseln uns freudig empfingen. Sie haben unsere Esel am Hügel gesehen und uns zurückgebracht. Die Mama meinte, dass wir den Zaun kontrollieren sollten, damit die Esel sich nicht an den Feldern vollfressen. Denn ansonsten müssten wir eine Busse bezahlen. Wir bedankten uns und kontrollierten mit Taschenlampe den Zaun. Aber in der Dunkelheit konnte ich kein Loch ausfindig machen. Am nächsten Tag ruft mich Rahel am Nachmittag bei der Arbeit an, dass die Esel nicht mehr im Garten seien. Nach Feierabend machten wir uns mit dem Auto auf die Suche und Rahel erhaschte in einem kurzen Augenblick Santiago rennend zwischen zwei Maisfeldern. Wir konnten sie zu Fuss ausfindig machen. Ilay hatte noch Mais bei sich um sie anzulocken, aber Santiago hatte nach einem langen Tag im Maisfeld keinen Appetit mehr! Am Abend fanden Ilay und ich ein kleines Loch im Stacheldrahtzaun und flickten im Dunkeln sämtliche potentielle Ausbüx-Möglichkeiten.
Eine Woche später ruft uns Josafat von Lucmos an. Das ist der Ort mit dem Freizeitbad, etwa 1km entfernt. Er hätte zwei Esel gefunden, die weisen den Hufschnitt seiner Handarbeit auf und es müsste sich um Santiago und Lilly handeln. Nun hat sich die Metalltür, welche an einem Holzpfosten montiert war, so zur Seite gekippt, dass die beiden Esel durchschlüpfen konnten. Dieser Holzpfosten ist nach Jahren morsch und steht nicht mehr aufrecht. Nun haben wir mit dem Besitzer des Hauses gesprochen und er hat einen neuen Zaun um den Garten gezogen und ein neues Tor mit einem einzementierten Eisenpfosten montiert. Seit dem gibt es keine Fluchtmöglichkeiten mehr und der Alltag hat sich etwas beruhigt.



Mava liebt es mit Rahel zu Backen. Da es in Curahuasi keine wirklich guten Backwaren gibt machen wir fast alles selber. Mittlerweile werde ich (Rahel) immer öfter angefragt um Kuchen zu backen für Geburtstage oder sonstige Anlässe, meistens von Peruanern.
Ilay hatte seine erste grosse Präsentation in der Schule über den Verdauungstrakt. Er hat es sehr gut gemacht und Dank Hilfe von Gabriel mit dem Modell auch eine gute Bewertung erhalten. Die Eltern werden von Seiten Schule immer wieder eingebunden gerade in Projekten, welche die Kinder gar noch nicht selber umsetzen können.
Mava und Ilay lieben das wöchentlich Ausreiten auf den Pferden von einer Missionarskollegin welche Reitunterricht für die Missionarskinder anbietet! Dieses Angebot schätzen wir sehr.



Ilay übt immer wieder auf seiner Ukulele, welche er von seinem Götti zum Geburtstag erhalten hat. Hier mit unserem Nachbarn Fredy. Er wohnt mit seiner Frau und Tochter seit letztem November in Curahuasi und mittlerweile ist eine gut Freundschaft mit ihnen entstanden!
Am 28. Juli durften wir Mava`s 7. Geburtstag feiern. Ausserdem feiert Peru an diesem Tag den Nationalfeiertag. Wir durften dieses Jahr mit vielen anderen für Diospi Suyana auf dem Hauptplatz von Curahuasi marschieren. Das ist eine grosse Ehre und war auch ein spezielles Erlebnis! Anschliessend gingen wir zur Feier des Tages mit Gabriel`s Arbeitsteam Cuy (Meerschweinchen) essen! Dies ist eine Delikatesse in den Anden von Peru und wird nur zu speziellen Anlässen gegessen wie z. B. Geburtstage. Es ist auch nicht ganz günstig. Im Vergleich kostet ein Mittagessen zwischen 2-5 sFr., ein ganzes Meerschweinchen kostet 12 sFr.





Es war für uns schon eine Überwindung dies zu Essen, da wir es ja als Haustier kennen. Gabriel war es bis am Abend unwohl zu Mute wenn er daran dachte. Nun haben wir es probiert und können aus Überzeugung sagen: Nein danke! Und hoffen wir erhalten es nie als Geburtstagsgeschenk, denn das wird doch immer wieder gemacht und das können wir dann nicht abweisen!
Wir durften in diesem Jahr viel Lernen und wurden herausgefordert mit Sprache und Kultur!
Trotz allen Herausforderungen sind wir sehr dankbar hier zu sein auch wenn wir die Schweiz, unsere Familien und Freunde sowie Kulinarisches immer wieder vermissen! (z.B. Schoggistängeli, Ovoaufstrich, Tortellini, Fondue, Raclette, Marroni Joghurt…)
Wenn wir uns wieder mal zu sehr nach diesen Sachen sehnen versuchen wir uns an den Dingen, die wir hier haben um so mehr zu Freuen und den Fokus auf das zu Lenken, was wir hier haben und erleben dürfen. (z. B. Früchte/Gemüse, Sonnenschein und blauer Himmel, Freundschaften, Haustiere…)
Muchos saludos, eure Maurers in Peru
